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Anreise und Vorbereitung
Am 28. Juni machten Aaron und ich uns gemeinsam auf den Weg nach Andorra – begleitet von Aarons Freundin, die sich während der Rennwoche liebevoll um unsere Verpflegung kümmerte. Nach rund zwölf Stunden Autofahrt kamen wir am Samstagabend in La Massana an – mitten im Herzen der Pyrenäen.
Da das Rennen erst am darauffolgenden Donnerstag startete, nutzten wir Sonntag und Montag zur Streckenbesichtigung. Am Sonntag fuhren wir die erste Etappe ab – schnell waren wir uns einig, dass uns das Profil sehr entgegenkam: Die Anstiege waren lang, aber nicht zu steil, die Abfahrten fordernd, aber gut fahrbar – ein ausgewogener Mix.
Auch unser Material machte einen starken Eindruck: Wir setzten beide auf ein 36er-Kettenblatt und die neuen Continental Dubnital-Reifen. Besonders im Uphill spielte der Reifen dank seines geringen Gewichts seine Stärken aus, während das griffige Profil sicheren Halt auf losem Untergrund bot. Einzig die dünne Karkasse war ein kleiner Unsicherheitsfaktor – lieferte aber über die gesamte Woche hinweg zuverlässig ab.
Am Montag besichtigten wir die dritte Etappe – die sogenannte Königsetappe. Mit 63 km und 2400 Höhenmetern, größtenteils oberhalb von 2000 m, war sie ein echter Gradmesser. Die Trails waren deutlich technischer und anspruchsvoller als auf der ersten Etappe. Doch auch hier fühlten wir uns gut vorbereitet und planten bereits unsere Renntaktik.
Dienstag war Ruhetag, bevor wir am Mittwoch noch eine Abfahrt der zweiten Etappe unter die Lupe nahmen. Der Trail war unglaublich spaßig, aber auch fordernd – ein kleiner Vorgeschmack auf das, was kommen sollte.
Etappe 1 – Donnerstag: Solider Auftakt trotz Defekt
Die erste Etappe hatte es direkt in sich: 43 km mit 1625 Höhenmetern. Wie gewohnt bei der Epic Series war das Starterfeld stark besetzt – zahlreiche internationale Top-Teams waren am Start.
Der erste Anstieg führte von 1200 m auf beeindruckende 2140 m. Wir konnten uns zunächst in der Spitze, dann im erweiterten Vorderfeld einreihen. Leider hatte Aaron mit einem schleichenden Luftverlust am Hinterrad zu kämpfen, den wir bei der ersten Verpflegungsstation beheben konnten.
Im zweiten Anstieg machten wir wieder einige Plätze gut und gingen um Platz 9 herum in die letzte Abfahrt. Doch kurz vor dem Ziel dann der Rückschlag: Beide erlitten wir Durchschläge an den Hinterreifen. Etwa zwei Kilometer vor dem Ziel mussten wir jeweils einen Plug setzen und mit CO₂-Kartuschen wieder Luft auffüllen.
Trotz der Zwischenfälle erreichten wir das Ziel auf einem respektablen 12. Platz – ein starker Auftakt, angesichts der Umstände.
Etappe 2 – Freitag: Höhe macht zu schaffen
46 km und 1300 hm bergauf, aber satte 1950 hm bergab – das versprach Tempo und Technik. Start war an der Skistation Pal Arinsal, das Ziel erneut in La Massana.
Die ersten 25 km verliefen komplett über 2000 m Höhe – und genau das machte mir (Niclas) zunehmend zu schaffen. Vor allem in den Abfahrten fehlte die Konzentration, kleine Fehler schlichen sich ein. Die Etappe war deutlich fordernder als gedacht.
Am Ende landeten wir auf Rang 16 – ein enttäuschendes Ergebnis, aber nachvollziehbar. Material und Verpflegung liefen erneut einwandfrei, doch die Höhe brachte mich an meine Grenze. Trotzdem: Wir blieben motiviert für den dritten Renntag.
Etappe 3 – Samstag: Die Königsetappe
Die „Queen Stage“ über 63 km mit 2400 hm bergauf und 2700 hm bergab forderte alles – technisch, körperlich, mental.
Der Tag startete ruhig mit einem langen Asphaltanstieg, doch schon im ersten Trail wurde es hektisch: Auf nassen Steinen kam es zu einem Stau, und Aaron stürzte leicht – zum Glück ohne Folgen.
Im Hauptanstieg fanden wir ein starkes Tempo und kletterten bis auf 2560 m Höhe. Die legendäre Abfahrt vom Mont Magic war durch die Nässe noch technischer als im Training. Auch der zweite Anstieg hatte es in sich, gefolgt von einem letzten Gegenanstieg und einer kräftezehrenden Abfahrt ins Ziel.
Trotz aller Strapazen: Platz 12 im Ziel – mit dem Ergebnis waren wir beide sehr zufrieden.
Etappe 4 – Sonntag: Finale mit bitterem Beigeschmack
Das Finale war nochmal downhill-lastig: 52 km, 1250 hm bergauf und 1580 hm bergab – von Naturland zurück nach La Massana.
Schon kurz nach dem Start spürte ich (Niclas), dass die Kraft fehlte. Die Höhe schlug erneut zu, das gewohnte Tempo war nicht abrufbar. Das Ziel war klar: sicher durchkommen.
Zu allem Überfluss löste sich in einer Abfahrt auch noch das Cleat unter meinem Schuh – zum Glück schnell behoben. Am Ende erreichten wir das Ziel auf Platz 18 und beendeten das Andorra Epic auf einem soliden 14. Gesamtrang.
Fazit: Höhenluft, Technik & Teamwork
Aaron war die ganze Woche über in Topform – er hätte definitiv weiter vorne mitfahren können. Ich selbst hatte konstant mit der Höhenlage zu kämpfen und konnte mein gewohntes Niveau nicht abrufen.
Technisch blieb bis auf Etappe 1 alles nahezu fehlerfrei. Besonders zufrieden waren wir mit unserem Material: Mein neuer Garmin Edge MTB funktionierte tadellos, und die Continental Dubnital-Reifen überzeugten mit geringem Gewicht, starker Traktion und absoluter Zuverlässigkeit – abgesehen vom Durchschlag an Tag 1 blieben wir pannenfrei.
Wer technische Trails, steile Anstiege und spektakuläre Landschaften liebt, sollte das Andorra Epic unbedingt auf die Bucket List setzen. Die Organisation war – wie bei der Epic Series üblich – erstklassig.
Jetzt gilt unser voller Fokus der Vorbereitung auf das Swiss Epic im August.











