Sigma Sport ROX 12.0 SportSigma Sport ROX 12.0 Sport

Sigma Sport ROX 12.0 Sport Fahrradcomputer im Test

Produkttests

Die Radcomputer der ROX-Linie bieten Radfahrern seit 2008 umfangreiche Daten am Fahrradlenker. Der deutsche Spezialist für elektronisches Bike-Zubehör hat zur Saison 2018 nun einen neuen GPS-Radcomputer präsentiert, der für die 1981 gegründete Firma einen wichtigen Schritt in der Evolution der eigenen Radcomputer-Entwicklung darstellt – die GPS-Fahrradcomputer-Landschaft ist ein hart umkämpftes Gebiet, die Zahl 1030 wird man bei Sigma nicht gerne hören, sie ist womöglich die Raumnummer der Toilette ;-). Mit dem neuen ROX möchte Sigma Sport endlich auch in der obersten Liga der Navigationsgerätehersteller für Fahrradfahrer angreifen. Das schreit ja förmlich nach einem Test. Go Ralf!

Ralfs ROXSTAR-Test

„Für meinen Test stand mir der ROX 12.0 mit dem R2 Duo Combo-Sensor für Geschwindigkeit und Trittfrequenz zur Verfügung. Das Gewicht beträgt 125 Gramm. Zum Vergleich: Der Edge 1030 wiegt 122 g laut Hersteller, das tut sich also nix. Erfahrungsgemäß sind das beste Voraussetzungen, um stabil am Lenker zu halten: Mal schauen. Auch hier hatte ich beide verfügbaren Halterungen zum Testen, also die normale für den Vorbau sowie den Butler, der das Gerät vor dem Lenker positioniert. Das Wichtigste zum ROX 12.0 im kurzen Überblick.

Sigma Sport ROX 12.0 Sport

Datenblatt ROX 12.0 Sport Basic

  • Abmessungen: 59 x 115 x 17 mm
  • Transflektives 3″ Display
  • Gewicht: 125 g
  • 30 Trainingsansichten (Profile)
  • Power: bis zu 16 Stunden Akkulaufzeit
  • fest verbauter Akku
  • GPS & GLONASS
  • 8 GB interner Speicher (erweiterbar auf 128 GB mit MicroSD-Karte)
  • WiFi-Schnittstelle für schnelle Datenübertragung
  • ANT+ und BLE (Bluetooth Low Energy)
    • kompatibel mit Brustgurten & Pulsuhren
    • Di2, eTap und Rotor 2INpower (OCA, OCP) können integriert werden
  • direkte Anbindung an Strava, Komoot, GPSies & TrainingPeaks
  • Navigation:
    • unterschiedliche Routing-Optionen
    • detailliertes OpenSreetMap-Kartenmaterial ⇒ Europakarten vorinstalliert
    • Karten weltweit kostenlos zum Download
  • Lieferumfänge:
    • ROX 12.0 Sport Basic
      • ROX 12.0 Sport Fahrradcomputer
      • GPS-Halterung: Vorbauhalterung
      • GPS-Butler: Aero-Lenkerhaltung
      • Micro-USB-Kabel
      • Befestigungsmaterial
      • Schnellstartanleitung
    • Beim ROX 12.0 Sport Set sind zusätzlich dabei:
      • R1 Duo Comfortex+ Herzfrequenzsender inkl. Textilbrustgurt
      • R2 Duo Combo-Sender inkl. Power- und Trittfrequenzmagneten
Sigma Sport ROX 12.0 Sport Lieferumfang

Bildschirm

Das 3-Zoll-Display ist aufgrund der Größe gut abzulesen und dazu gestochen scharf. Es verfügt über eine Hintergrundbeleuchtung und ist in jeder Lage – auch bei grellem Sonnenschein – gut ablesbar. Man würde zwar meinen, dass ist heute Standard, aber das ist es nicht, gerade wenn die Sonne hart drauf scheint. Die Hintergrundbeleuchtung wird automatisch entsprechend der Verhältnisse gesteuert, so dass man das Display auch in der Dunkelheit ablesen kann. Sogar Regen ist kein Problem, denn der ROX reagiert nicht auf Wassertropfen und bleibt daher uneingeschränkt steuerbar.

Das Display ist sehr unempfindlich gegen Kratzer. Das zeigt sich gerade nach längerer Nutzungszeit deutlich. Dennoch: Eine Schutzfolie bietet Sigma leider nicht an, gibt es aber von anderen Anbietern mittlerweile. Das kann je nach Einsatzspektrum nötig sein. Da vermisse ich auch eine Tasche, um ihn sicher zu verstauen, sei zum Lagern, wenn er nicht im Einsatz, beim Ausflug oder auf Reisen. Zumal es auch keine Silikonschützhülle gibt: Wenn er runterfällt kann man zwar das Gehäuse wechseln, sogar in seiner Lieblingsfarbe – aber das ist nicht optimal gelöst.

Montage & Connections

Die Montage der beiden Fahrradhalterungen ist ebenso völlig unproblematisch – Halterung positionieren und mit Kabelbindern fixieren bzw. beim Butler die Schraube festziehen. Auch der R2 Duo ist schnell montiert. Dann noch Magnet an der Kurbel festmachen und den Magnet-Clip an den Speichen befestigen – das ist easy. Da Montage und Einrichtung sehr einfach gehen, könnte das erste Training theoretisch schon nach circa 10 – 15 Minuten beginnen!

Die Anbindungen des ROX sind flexibel und funktionieren einwandfrei. Das Koppeln von Brustgurt und Tritt- bzw. Geschwindigkeitsmesser geht zügig und ohne Komplikationen. Von Vorteil finde ich, dass Sigma ANT+ verwendet und somit auch mein Garmin-Brustgurt ohne Meckern erkannt wurde – so braucht man nicht für jede Marke einen Gurt und kann bald eine Sammlung aufmachen. Zudem bedeutet es noch weit mehr: Auch ältere Sensoren können genutzt werden. Ab dem ROX 10.0 setzte Sigma ANT+ ein, so dass diese mit dem neuesten ROX ebenfalls kompatibel sind. Auch andere ANT+-Geräte sind möglich, zum Beispiel Pulsuhren.

Das war es aber noch nicht: Auch elektronische Schaltungen und Wattmessung lassen sich integrieren, also anzeigen. Die Kompatibilität mit Di2 habe ich getestet: Der ROX erkennt die Schaltung sofort und zeigt die entsprechenden Daten an. SRAMs eTap, Rotor und weitere Leistungsmess-Systeme, die ANT+-kompatibel senden, werden von Sigma angegeben – das habe ich aber allerdings nicht testen können.

Die andere große Säule neben ANT+ ist WLAN, denn so ist die Konnektivität des ROX 12.0 GPS gerade im Alltag ein großer Pluspunkt. Wenn man zu Hause ankommt und die Tour gespeichert hat, wird sie per WiFi direkt in die Sigma Cloud, Strava oder weitere Dienste hochgeladen und kann ausgewertet werden.

(Selbst-)Bedienung

Beim ROX 12.0 hat Sigma nicht nur auf einen Touchscreen gesetzt, sondern auch noch fünf Navigationstasten angebracht – drei unterhalb des Bildschirms und je eine rechts und links am Gerät. Dadurch kann man ihn jederzeit auch mit Handschuhen gut bedienen, die nicht für die Touchscreen-Nutzung vorgesehen sind. Über die Tastenbelegung kann man dabei nicht meckern.

Aufbau und Funktionalität der Menüs sind sehr übersichtlich und logisch gestaltet. Auch das Einrichten des Benutzerprofils sowie der Anzeigefelder ist sehr leicht und selbsterklärend. Die Startseite ist aufgeräumt und übersichtlich. Die von Sigma angepriesene ‚intuitive Bedienung‘ ist kein Marketing-Slogan. Es lassen sich Profile für die verschiedenen Raddisziplinen einrichten, die Daten zum Rad sind dort gespeichert. Die Anzeigen können hier dementsprechend abgestimmt werden, die Navigation ist direkt passend: Im Rennradprofil schickt der ROX einen nicht durch den Wald.

Software

Leider hat sich auch Sigma etwas nicht erspart, was sich bei vielen Sportuhr- und Fahrradcomputer-Herstellern zum Start von Geräten eingeschlichen hat: Die Software hinkte beim Produktlaunch der Hardware nach, nicht alle Funktionen waren nutzbar oder funktionierten reibungslos. Bei meinem Gerät war das zwar nicht der Fall, aber wir haben es im Kundenservice mitbekommen. Das hat Sigma jetzt aber im Griff. Wichtig ist, den ROX mit dem neuesten Update auszustatten. Sigma empfiehlt, den ROX 12.0 mit einem USB-Netzstecker, der 1000 mA leistet, zum Laden an die Steckdose anzuschließen. Die Energieversorgung ist dann optimal, das Update wird automatisch initialisiert und muss nur bestätigt werden. Das kann ein paar Minuten dauern, funktioniert aber zuverlässig.

Navi-Qualitäten

Das vorinstallierte Kartenmaterial (OpenStreetMap) ist sehr detailliert. Die Navigation ist sehr anwenderfreundlich gestaltet. Praktische Einstellungsoptionen machen die perfekte Tour möglich. Ganz besonders die Funktion ‚Route malen‘ ist wirklich der Hammer. Man zeichnet auf der Karte mit dem Finger – kein Witz, wirklich mit dem Finger! – eine Route ein und der ROX 12.0 berechnet unter Berücksichtigung des vorher eingegebenen Profils die entsprechende Route.

Was ich noch herausragend finde, ist, dass ich während der Fahrt auch die einzelnen Anzeigen am Gerät ändern kann. Durch etwas längeres Drücken auf das entsprechende Feld (ca. 3 Sekunden), kann man sich dann die neue gewünschte Anzeige auswählen. Da das jedoch immer während der Fahrt vom Verkehr ablenkt, empfehle ich auf jeden Fall, dafür kurz anzuhalten. Es geht wie gesagt ruck, zuck.

Nach mehr als zwei Monaten mit dem ROX hatte ich nicht ein einziges Mal ein Problem mit dem GPS-Empfang. Es gab keinerlei Aussetzer, keine Verzögerungen beim Navigieren.

Energieleistung: Akku

Die Akkulaufzeit wird vom Hersteller mit maximal 16 Stunden angegeben und scheint auch realistisch zu sein. Mein Akku hatte aufgrund des Testens der vielen Funktionen meistens nach ca. 10 Std. ein Nachladen nötig – per Powerbank mit Mini-USB-Anschluss kann man die Reichweite natürlich noch ausweiten. Klar, mehr ist immer besser, aber selbst 10 Stunden sind für einen Radcomputer okay. Die Navigation verbraucht halt ordentlich Energie, ohne sie ist weit mehr möglich.

Zeit für ein Fazit: ROX auf einen Blick

Bereits beim Auspacken des Geräts stellt sich ein WOW-Effekt ein! Da hat Sigma mal aus dem Stand ein Gerät herausgebracht, das sich optisch und haptisch mit anderen Top-Navis messen kann! Die Evolution des ROX ist mit dem 12.0 eher zur Revolution geworden, vieles hat das Sigma-Team bei der Entwicklung neu gedacht! Praktisches Format, schickes schlichtes Design: Der grundlegend veränderte GPS-Radcomputer beherbergt einen 3-Zoll-Touchscreen in Farbe, der Weg wird ab sofort als Kartennavigation dargestellt und der Radcomputer lässt sich per W-LAN koppeln!

Beim ROX 12.0 hat Sigma dem oft ausgerufenen Slogan ‚intuitive Bedienung‘ Leben eingehaucht. Die Funktionalität ist top, clevere Navigation-Features machen das Radfahren noch schöner. Der R2 Duo Geschwindigkeits- und Trittfrequenzsensor arbeitet einwandfrei. Aber auch ohne hat man immer präzise Fahrdaten. Die Halterungen sind hochwertig und halten den ROX verlässlich, auch in härterem Gelände muss man sich keine Sorgen machen, dass er abgeht.

Nach anfänglichen Kinderkrankheiten stehen laut Sigma jetzt sämtliche Funktionen in vollem Umfang zur Verfügung – das hat sich beim Testen über einen längeren Zeitraum auch klar gezeigt. Deswegen aber ganz wichtig, wenn man ihn auspackt: Erstmal updaten! Dafür steckt man ihn laut Sigma am besten an einen USB-Netzstecker mit 1000 mA, der an der Steckdose hängt – nicht am PC. Das Update wird automatisch initialisiert, braucht nur eine Bestätigung. Das funktioniert zuverlässig, kann aber ein wenig dauern. Da darf man sich nicht irritieren lassen.

Die einzigen Kritikpunkte betreffen fehlendes Zubehör: Tasche und Schutzfolie (wobei hier andere Anbieter schon dabei sind, passende Folien anzubieten) vermisse ich. Leider bietet Sigma auch keine passende Hülle an, die ihn schützt. Bei einer Beschädigung kann das Gehäuse zwar getauscht werden – und das sogar farbig – aber soweit sollte es eben gar nicht erst kommen. Eine Transporttasche ist leider ebenso wenig erhältlich. Auf dem Rad gibt es genug Situationen, in denen man ihn mal wegpacken muss. Und auch auf Reisen wäre das praktisch, möchte man doch ein so hochwertiges Gerät sicher verwahren.

Alles in allem fällt das Resümee aber dennoch positiv aus: Mit dem neuen ROX 12.0 Sport hat Sigma ein hochwertiges Navigationsgerät für alle Radfahrer im Sortiment. Das Preisleistungsverhältnis ist in Ordnung – der ROX ist etwas günstiger als der Hauptkonkurrent Garmin Edge 1030. Die zahlreichen Optionen und Einstellmöglichkeiten lassen keine Wünsche offen. Das tolle Bedienkonzept und die gute Konnektivität zu diversen Webdiensten machen den ROX 12.0 Sport zu einem super Gesamtpaket.“