ION RAID AMP IIION RAID AMP II

ION RAID AMP II MTB-Schuhe im Test

Produkttests

Ursprünglich aus dem Wasser stammend, ist ION mittlerweile genauso auf dem Bike zu Hause – und spätestens mit der Saison 2019 auch im Schuhbereich richtig angekommen. IONs Bikeschuhe gehen jetzt in die dritte Saison, sie konnten also schon einiges an Erfahrung sammeln. Für 2019 hat die Marke, die sich im Funsportbereich bewegt, das Sohlenkonzept seiner Flatpedal-Schuhe grundlegend überarbeitet: Die zweite Generation des RAID AMPs baut auf eine völlig neu aufeinander abgestimmte Kombination von Gummi-, Zwischen- und Innensohle auf. Pin Tonic nennt ION das neue Konzept, das eine marginal weichere Gummisohle, vor allem aber eine weichere Zwischensohle sowie eine besser dämpfende Innensohle mitbringt. Michael hat sie für uns auf die Probe gestellt!

ION RAID AMP II

Der Schuhwerktest von Michael

„Gute Sachen besser machen, das ist immer so eine Sache. Den Vorgänger fahre ich, seitdem er auf dem Markt ist. Vorwiegend ging es dabei eher schroff zur Sache, von Enduro bis Downhill. Leider waren auch gelegentliche Abflüge dabei. Das Ganze hat die Schuhe aber nicht wirklich interessiert. Wenn ich den Leuten sage, dass diese fast 3 Jahre auf dem Buckel haben, glauben sie mir das meist nicht. Daher war ich umso mehr gespannt, ob ION da noch eine Schippe drauflegen konnte. Ein großes Dankeschön geht schon mal vorab an die extrem lässige ION-Crew, die mir die Schuhe in Schwarz zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank an dieser Stelle!

Der Schuh – ausgepackt und angefasst

Aus der coolen Box geholt, wirkt der RAID AMP II sehr schick, fast als ob man ihn auch mal locker zu einer Jeans und einem schicken Hemd tragen könnte. Der Schuh ist eher schmal aufgebaut, was ihn optisch extrem von der Konkurrenz unterscheidet, die ja meist eher im Skateschuh-Look daher kommt. Die Nähte und Klebestellen sehen alle sehr sauber verarbeitet aus, an der Seite schimmert dezent durch Belüftungslöcher der ION-Schriftzug durch. Beim schwarzen Modell ist der Effekt leider kaum zu sehen, bei der Variante in Pink Isover sieht man es recht deutlich.

Der Zehenbereich ist komplett durch eine dickere Gummischicht geschützt, was ION als Toetal_Protection bezeichnet. Da kann einem der Kumpel auch mal über die Zehen fahren. Die innere Seite ist im Knöchelbereich höher gezogen. Das kennt man auch von anderen Modellen, um die Knöchel vor schmerzhaften Berührungen mit dem Kurbelarm zu schützen: Ein Feature, was ich persönlich bei keinem Schuh mehr missen möchte. Außen ist der Schuh zusätzlich noch mal durch das Ankle Pad vor der Kurbel geschützt. Der Fersen-Bereich ist durch Pre-Shaped Heel auch zusätzlich verstärkt und sorgt für besseren Gesamthalt im Schuh. Was die weiterentwickelte Pin-Tonic-Sohle kann, wird sich später auf dem Trail zeigen. Im Schuh ist zusätzlich noch eine Einlegesohle (2K_Insole), die das Fußbett etwas dämpfen und das Fußgewölbe von unten zusätzlich unterstützen soll. Sieht man auch nicht bei jedem Hersteller. Im Schnürbereich hat ION noch eine praktische elastische Lasche angebracht, um die Schnürsenkel zu fixieren – sehr praktisch.

Unterwegs im Schuh: Tragekomfort und Größe

Das Einzige, was mich am Vorgänger oft genervt hat, war, dass der ganze Schuh sehr steif ist. Das hatte zwei Nachteile: Erstens war das An- und Ausziehen des Schuhs manchmal nicht ganz so einfach, weil man nicht mal schnell reinschlüpfen konnte. Hatte man zum Beispiel mal etwas dickere Socken an, wurde es schon eng, trotz Lasche hinten. Zweitens war der Langzeit-Tragekomfort durch das harte Fußbett etwas beeinträchtigt. Bei einem 8-Stunden-Tag im Bikepark habe ich mich dabei erwischt, dass ich in der Mittagspause öfter mal die Schuhe ausgezogen habe, weil die Füße ein wenig ‚gestresst‘ waren.

Und genau hier hat ION anscheinend auf seine Kundschaft gehört und den RAID AMP II etwas weicher und bequemer gemacht. Man kommt viel besser in den Schuh rein und er fühlt sich nicht mehr ganz so steif an. Die Größe des Schuhs fällt normal aus und passt mir in Größe 46 perfekt. Dabei variieren meine Schuhgrößen immer zwischen 46 und 47. Durch die etwas weichere Sohle geht der Komfort beim normalen Gehen ein gutes Stück nach oben, wobei der Vorgänger auch nie wirklich unbequem beim Gehen war.

ION RAID AMP II Sohle

Jetzt aber ab aufs Rad

Bisher habe ich den RAID AMP II auf kürzeren Cross-Country-Touren und zweimal im Bikepark testen können. Dank der noch immer wenig biegsamen Sohle, die im Vergleich zur ersten Version des Schuhs allerdings wirklich ein klein bisschen weicher ist, bleibt der Halt auf dem Flatpedal nahezu ungeschlagen. Man hat fast das Gefühl, man wäre mit Klickschuhen unterwegs, ein Verrutschen auf dem Pedal ist so gut wie nicht möglich. Das damit verbundene Fahrgefühl gefällt mir deutlich besser als bei anderen Herstellern. Ein nun optimaler Kompromiss aus Steifigkeit und Flexibilität ist ION da gelungen! Bewegt man sich mal zu Fuß fort, hat man auch stets einen guten Grip, um über Stock und Stein auf dem Trail zu kommen.

Das Schuh-Klima

Der Schuh ist aufgrund des geringen Anteils an belüfteten Stellen relativ warm. Ich schätze, man kann ihn locker bis tief in den Herbst oder evtl. sogar mit dicken Socken als Winterschuh benutzen. Für Leute, die sehr schnell an den Füßen schwitzen, würde ich ihn im Sommer als relativ warm bezeichnen und empfehlen, dünne Socken zu tragen.

ION RAID AMP II MTB-Schuhe

RAID-AMP-II-Fazit

Im Kino sind Fortsetzungen ja meist leider nicht so gut wie der erste Teil. Hier ist das zum Glück nicht der Fall. Da ION den Schuh an den richtigen Stellen konsequent weiter optimiert hat, ist es für mich jetzt der perfekte MTB-Schuh im Flat-Pedal-Bereich. Der Preis von 129,95 Euro bewegt sich im oberen Mittelfeld, ist aber für die Qualität der Verarbeitung, die clevere Konstruktion und die Performance auf dem Pedal gerechtfertigt. Über die Langzeit-Haltbarkeit kann ich jetzt natürlich noch nichts sagen, aber allein das Außenmaterial macht dahingehend einen guten Eindruck. Ich schätze deshalb, er ist insgesamt genauso robust wie der Vorgänger. Die vielen verstärkten Bereiche werden den Schuh lange gut schützen. Ein souveränes Schuhwerk!“